Chronik Helfenberg's

1108              Der Bayer Helpho soll den Grundstein zum Ort Helfenberg, gelegt haben

 

1224              Erste urkundliche Erwähnung als  "Wirint de Helfenberch" in einer Hohenfurter Urkunde.

 

1285              In einer Stiftungsurkunde für das Kloster Wilhering erscheint als Vetter Rugers und Otakars von Piberstein „Her Arnold der Pyber von Helfenberch“

 

1423 &1427   Hussiten fallen im nördlichen Mühlviertel ein und verwüsten Helfenberg.

 

1440              ’Wilhelm der Neulinger’ war Besitzer von Helfenberg. Balthasar, der letzte dieses Geschlechts war mit Agnes, einer Tochter Albrecht Greiseneggers, verheiratet. Außer Helfenberg gehörte den Greiseneggers auch die Feste Rottenegg.

 

1450               Eine Pfarrkirche im gotischen Baustil ist errichtet worden.

 

1500               Die kinderlose Witwe übergibt die ihr von ihrem Gatten vererbte Feste Rottenegg als landesfürstliches Lehen und das freie Eigen Helfenberg ihren Brüdern Peter und Christoph Greisenegger.

 

                      Es wird angenommen, dass gleichzeitig mit der Pfarrerhebung eine ständige (Kirchen)Schule eingerichtet wird.

 

1574              Nach einem langjährigen Erbschaftsstreit fällt Helfenberg dem "Kuenast auf Tambach" (bei Gutau) zu.

 

1558               Im Archiv von St. Florian ist zu lesen, dass der Pfarrer von Helfenberg den Mesner- und Schuldienst von seinen Leuten verrichten ließ, um bei seinem geringen Einkommen besser ’subsidieren’ zu können.

 

1587              Christoph Kuenast verkauft Helfenberg an den Mann seiner Schwester Anastasia "Christoph Artstetter von Wartberg“.

 

1595              "Christoph von Oedt zu Götzendorf" erwirbt den freieigenen Sitz Helfenberg.

 

um 1600        Färberei und Mangel sowie Leinweber werden erwähnt.

 

1605               Eine ’Schulmeistersteuer’ wird erwähnt.

 

1607              Ein neues Schloss wird von „Christoph von Oedt“ errichtet.
Auf einer Inschriftentafel oberhalb des Schlosstores ist zu lesen:
„Christof von Oedt, Sabina von Oedt, geborene Köllenpeckin, uxor, haben diese Vetsen Helfenberg von Neuem hier bauen lassen 1607“

 

um 1626        Viele Helfenberger Bauern beteiligen sich am Bauernkrieg.
Ein gewisser “Faber zu Helfenberg“ war ein Führer (‚Leithnambt’ – Leutnant)

 

1630               Neben dem Pfarrhof in Helfenberg wird die erste, jedoch einklassige Schule erbaut.

 

1641               Ein Freiherr von Oedt auf Helfenberg beklagt, dass in der Schule und im Pfarrhof Bier ausgeschenkt wird.

 

1655-1686      Die Eigentümer des Schlosses und der Herrschaft Helfenberg wechselt wiederholt die Besitzer: 1655 – Georg Sigmund Schifer; um 1670 – Verkauf an Friedrich Märck, Edlen von Gneisenau; 1686 – Verkauf an Johann Ehrenreich von Seeau.

 

1682               Nach langen Verhandlungen übergibt am 05. Mai 1682 das Stift St. Florian die Zuständigkeit für die Pfarre Helfenberg an den Bischof von Passau „Bischof Sebastian von Pötting zu Passau“.

 

1712-1716      Der ursprünglich einschiffige gotische Innenteil der Kirche wird durch ein Rundbogengewölbe ersetzt, Außenmauern zum Großteil neu gebaut und ein neuer Dachstuhl aufgesetzt

 

1750              Zur Herrschaft Helfenberg gehören etwa 210 Untertanen, deren wichtigste Erwerbsquelle, neben der kargen Landwirtschaft und der Holznutzung, das Flachsweben war.

 

1775               Die Pfarre St. Stefan am Walde wird aus der Pfarre Helfenberg herausgelöst.

 

1804               Eine zweite Klasse für die Schule wird errichtet. Die Eltern jedes Schulkindes mussten pro Schuljahr 1 Gulden und 45 Kreuzer an Schulgeld entrichten. Davon wurden neben dem Schulmeister auch die ihm unterstehenden Unterlehrer und Schulgehilfen bezahlt.

 

1827               187 Weber sowie 500 Spinner und Spinnerinnen in Flachs und Hanf, weiters 15 Leinwandbleicher arbeiten 1827 im Distriktskommissariat Helfenberg (Pfarren Helfenberg, St. Johann am Wimberg und St. Stefan am Walde)

 

1829               Ein Teil des Ortes brennt nieder, auch die Schule und der Pfarrhof.

 

1840               Die Brüder Simonetta aus Mailand errichten eine Leinenweberfabrik. In Ihrer Blütezeit sind dort bis zu 1200 Personen beschäftigt.

 

1853               Ein Postamt schein in Helfenberg auf (im Portierhaus der Fabrik)

 

1877               Die erste Suppenanstalt (Schulausspeisung) wird eingerichtet.

 

03.09.1888     Die Steinerne Mühl überschwemmt den Ort Helfenberg so hoch, dass ’am Platz die Führwägen bis zur Achse im Wasser standen’.

 

1893              Das Schloss Helfenberg geht in den Besitz der gräflichen Familie Revertera über. Die Familie ist heute noch Besitzer.

 

01.05.1893     Errichtung eines Gendarmeriepostens in Helfenberg (vorher war Haslach an der Mühl zuständig)

 

1896-1929      Zahlreiche Überschwemmungen, durch Gewitter oder Eisstauungen verursacht, sind aufgezeichnet (August 1896, August 1897, 27. Juli 1899, Jänner 1901, 5. Jänner 1903, 1908, 26. Juli 1926, 04. Juli 1929)

 

1900               Helfenberg erhält einen Telegraphenapparat

 

1921              Ein Telefonanschluss wird in Helfenberg installiert.

 

1926               Eröffnung der Autobuslinie Leonfelden – Helfenberg – Haslach an der Mühl

 

4./5.02.1933   Ein Eisstau bei der Brücke verursacht ein Ortsüberschwemmung

 

01.01.1939     Zusammenschluss der Ortsgemeinden Helfenberg, Afiesl, Ahorn u. Schönegg zu einem Verwaltungsbereich unter dem Namen “Bürgermeisterei Helfenberg“.

 

05.05.1945     Amerikanische Truppen zogen in Helfenberg ein, ohne dass ein Schuss fiel. Sie nahmen in der Schule und einigen anderen Häusern Quartier.

 

29.05.1945     Die Amerikanischen Truppen zogen ab. Noch am gleichen Tag trafen sowjetische Truppen ein, nahmen aber kein Quartier.

 

1945-1946      Es werden wieder vier Gemeinden gebildet, wobei jedoch Helfenberg und Ahorn sowie Schönegg und Afiesl weiterhin je eine Verwaltungsgemeinschaft bilden. Helfenberg und Ahorn haben den Sitz ihrer Gemeindeverwaltung in Helfenberg. Schönegg und Afiesl verlegten nach Jahrzehnten ihre Gemeinschaft in ein neues Verwaltungsgebäude im Gemeindegebiet von Schönegg.

 

2. Julihälfte 1954   Helfenberg wird, wie viele andere Gemeinden auch, nicht vom Jahrhunderthochwasser verschon

 

1954              Außenrenovierung der Kirche

 

1965              Regulierung der Steinernen Mühl.
Es hieß damals: Die Überschwemmungen der Vorjahre werden die letzten in der Geschichte des Ortes sein – welch trügerische Hoffnung!

 

18.09.1966    Einweihung einer neu errichteten neunklassigen Volksschule

 

1980               Abschluss der Innenrenovierung der Pfarrkirche Helfenberg

 

1983              500 Jahre Pfarre Helfenberg bzw. Pfarrtätigkeit Helfenberg wird gefeiert

 

12.08.2002     Die Steinerne Mühl überschwemmt Teile von Helfenberg.