Die Kirchenschule

Helfenberg wird in der Zeit um 1100 als Filiale von Niederwaldkirchen urkundlich erwähnt. Daraus ist zu schließen, dass diese alte Siedlung schon sehr lang ein Gotteshaus besitzt. Die heutige Kirche wurde um 1500 erbaut und in der Zeit von 1712 bis 1716 umgebaut.
Mit dem Kirchenbau war gewöhnlich auch die Errichtung einer so genannten Kirchenschule verbunden. Die Gründungszeit der ersten Kirchenschule liegt gewiss auch in der Zeit um 1500.
In der Kirchenschule wurde der Unterricht vom Priester, Mesner oder sonst einer des Lesens und Schreibens kundigen Person erteilt.
Im 16. Jahrhundert wurde Helfenberg Pfarre. Fortan war ständig ein Geistlicher im Dorf. Dem Pfarrer oblag die Aufgabe für den Unterricht der Kinder zu sorgen. Es kann daher mit Sicherheit angenommen werden, dass fortan (seit 1655 werden auch Pfarrmatriken geführt) regelmäßig Unterricht erteilt worden ist.
Der Schulbesuch war in dieser Zeit nicht Pflicht. Die Eltern der Schulkinder mussten mit Geld und Naturalien zum Unterhalt des Lehrers beitragen. Der Lehrer war meist zugleich Mesner. Er bezog aus dieser Tätigkeit bedeutend mehr Einkommen als für den Unterricht. Erwähnt seien als Beispiel die Läutergarben, die er sich für das Läuten der Glocken jedes Jahr bei den Bauern einsammeln durfte. Neben Naturalien hatte er aber auch eine geldliche Entlohnung für den Kirchendienst.
Vom Lehrer Josef Seyrl wird berichtet, dass er in der Schule zu Helfenberg wenig unterrichtet hat, weil er auch die Stelle eines Schreibers bei der Grundherrschaft innehatte. Diese war einträglich als der Schuldienst. Urkundliche Nachricht über den Schuldienst gibt das Archiv des Stiftes St. Florian (die Pfarre Helfenberg gehörte von 1108 bis 1682 zum Stifte St. Florian). Hier heißt es, dass 1558 der Pfarrer von Helfenberg den Mesner- und Schuldienst von seinen Leuten verrichten ließ, um bei dem geringen Einkommen besser „subsidieren“ zu können. 1605 bestand Schulmeistersteuer.                               
In der Gegenreformation erfährt das Schulwesen eine bedeutende Verbesserung. 1630 wird neben dem Pfarrhof in Helfenberg die erste Schule, die jedoch nur einklassig war, erbaut. Vorher wurde fallweise im Pfarrhof, dann wieder in Gasthäusern unterrichtet.
1641 beklagt sich Freiherr von Oedt auf Helfenberg, dass in der Schule und im Pfarrhof Bier ausgeschenkt werde. Pfarrer und Lehrer waren ob ihres geringen Einkommens zu diesem Nebenerwerb gezwungen. Der Bierausschank gehörte jedoch zu den Privilegien der Grundherren, Pfleger und Amtsverwalter.
In Helfenberg hatte der Grundherr eine Taverne (Gasthaus Haudum = Hoftaverne). Zur Zeit der Reformation und Gegenreformation litt der Unterricht sehr, weil es auch in Helfenberg zeitweilig zu Aufständen und Unruhen kam (1595/97, 1626). In dieser unruhigen Zeit wat das eine Mal der Pfarrer, das andere Mal der Lehrer, dann wieder beide vertrieben oder abgesetzt.